Sehr geehrter Herr Mitterlehner,
vielen dank für diese NICHT-Antwort.
kein einziges mal kommen darin meinungsfreiheit oder bürgerrechte vor. auf meinen vorwurf der zensur wird ebensowenig eingegangen. wohl aus gutem grund. sie wissen genau, dass diese durch ACTA mit füßen getreten werden - das zeigte ja schon der geheime entstehungsprozess.
auch ihre wirtschaftsargumente sind scheinargumente, da sie nur einigen wenigen großkonzernen zugutekommen. statt copyright und patente an die neuen zeiten und medien anzupassen geht es nur um das schützen alter geschäftsmodelle auf kosten von bürgerrechten.
dass das die weiterentwicklung von gesellschaft und wirtschaft behindert? geschenkt!
dass etwas mehr gerechtigkeit und chancen für entwicklungsländer auf der strecke bleiben (stichwort: günstiger zugang zu medikamenten). aber nicht doch. gewinne von großkonzerne gehen vor menschen.
vielen dank noch einmal für ihr antwortschreiben, das mir ihre interessen für großkonzerne und das einstehen gegen bürgerrechte aufzeigt. ich werde meine schlüsse daraus ziehen.
die hoffnung konzentriert sich wieder einmal auf das EU parlament. hoffen wir, dass diese institution die mehrheit der bürgermeinung vertritt - oder ist der bürger wieder einmal zu dumm?
mit freundlichen grüßen
Josef Schrefel
ein Bürger
Am 27.01.2012 14:37, schrieb Mitterlehner, Reinhold:
Sehr geehrter Herr Schrefel,
Produktpiraterie sowie Urheberrechtsverletzungen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für den rechtmäßigen Handel, die Wettbewerbsfähigkeit der EU sowie für den Arbeitsmarkt dar. Derzeit erleiden viele Exporteure systematische und vielfältige Verletzungen von Urheberrechten sowie Handelsmarken, Patenten, Designs und geografischen Herkunftsangaben. Immer häufiger auftretende Verletzungen geistiger Eigentumsrechte/IPR führen heute schon zu gefährlichen Fälschungen (Medikamente, Nahrungsmittel, KFZ-Ersatzteile, Spielsachen uvm.) und bedeuten damit auch ernsthafte Gefahren für den Konsumentenschutz und die öffentliche Gesundheit; nicht zuletzt führen sie zum Verlust qualifizierter Jobs sowie von Steuereinnahmen in Ländern mit hohem IPR-Schutzniveau.
Ziel von ACTA ist es, systematischen Verletzungen geistiger Eigentumsrechte und organisierter Kriminalität in diesem Bereich besser begegnen zu können. ACTA ist daher für alle Exporteure aus der EU, die als Inhaber von geistigen Eigentumsrechten weltweit tätig sind, von Bedeutung. Die Europäische Industrie und europäische Schöpfer/Urheber benötigen besseren Schutz auf Drittlandsmärkten, um nicht wichtige Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt zu verlieren.
Rechtliche Möglichkeiten zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums auf den wichtigsten europäischen Ausfuhrmärkten waren bislang jedoch begrenzt. Hier setzt nun das neue Handelsübereinkommen den Hebel an: Erstmals soll ein umfassender internationaler Rahmen - ein sogenannter Katalog “bewährter Verhaltensweisen” - zur Durchsetzung von Immaterialgüterrechten geschaffen werden. ACTA ändert am bestehenden EU-Recht nichts, da dieses bereits weiter entwickelt ist als die derzeitigen internationalen Normen. Durch das ACTA werden keine neuen Rechte am geistigen Eigentum geschaffen. ACTA enthält keine Bestimmungen zu ihrem Erwerb/Geltungsdauer/Umfang des Schutzes/Registrierung etc.. ACTA regelt, wie Unternehmen und Privatpersonen ihre Rechte am geistigen Eigentum durchsetzen können. Von den Unterzeichnerländern des ACTA werden nur die in der nationalen Gesetzgebung enthaltenen Rechte durchgesetzt. Daher erfährt z.B. private nicht gewinnorientierte bzw. nicht kommerzielle Verwendung von Medienmaterial durch ACTA in der EU keine andere Behandlung als bisher.
Das Abkommen entspricht dem EU-Recht und steht mit den bestehenden österreichischen Gesetzen im Einklang.
Das Wirtschaftsministerium hat die Verhandlungen innerhalb von Österreich koordiniert und die österreichische Position in den EU-Gremien vertreten. Die inhaltliche Zuständigkeit liegt bei BMJ, BMVIT/Patentamt, BMF, BMI.
Seit Verhandlungsbeginn 2008 wurde die Öffentlichkeit seitens der EK regelmäßig über die wesentlichen Ziele und Inhalte der Verhandlungen - einschließlich von Berichten über jede Verhandlungsrunde - über die Homepage der EK informiert. Seit April 2010 ist der Text des ACTA-Abkommens dort zugänglich sowie weiterführende Informationen und Statistiken. Alle inhaltlich betroffenen österreichischen Stellen (Ministerien, Sozialpartner) wurden im Verhandlungsprozess seitens des Wirtschaftsministeriums befasst. Auch das Parlament wurde über die Ergebnisse der diesbezüglichen EU-internen Tagungen laufend informiert.
Weitere Informationen sind auf die Homepage der EK abrufbar:
http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/trade-topics/intellectual-property/anti-counterfeiting/
mit freundlichen Grüßen
Dr. Reinhold Mitterlehner

A new global treaty could allow corporations to police what we do on the Internet. Last week we successfully pushed back the US censorship bills — if we act now, we can get the EU Parliament to bury this new threat — add your voice now!

New Bruce Springsteen album Wrecking Ball to be released March 5, 2012.
Listened to the new single We Take Care Of YOu about 5 times now and I’ve to admit that I’m very disappointed.
It’s like there’s nothing left to say for Springsteen anymore and he hides this behind a wall of pop sounds.
It’s not a harbinger of a wild album or rock record which was promsied by Landau in the recent Rolling Stone article. It’s a pop song with lots of strings, glockenspiel and the pop voice he’d discovered for the last few albums.
And what about the sources who described the album as having unexpected textures - loops and electronic percussion? The drum intro and the percussions give you flashbacks to the worst 1980s top ten hits.
And finaly this is not an angry song. If you want angry songs go back to Darkness On The Edge Of Town or Nebraska: the lyrics where angry and disillusioned and the music boosted the message - be it the rock of Darkness or the folk of Nebraska.
This doesn’t mean that I want the old times back, but lyrics which tell a story and are note covered by sweet pop sounds. Music has to be the media but not the narrative.
I’m sorry to say but yesterdays high expections are gone now :-(
He’s still an unbelievable live act but he doesn’t know how to produce great albums anymore.
First single “We Take Care Of You” to be released January 19, 2012.
Great expectations
“…source described the album as having unexpected textures – loops, electronic percussion… influences and rhythms from hip-hop to Irish folk rhythms.”
Hopefully not the lame pop stuff that was the core of songs on the last 2 albums.
listen to it now: http://918.tumblr.com/post/16088721470/new-bruce-springsteen-single-we-take-care-of-our
Die Legende geht so, dass an diesem Tag in Colts Neck, New Jersey ein ungewöhnliches Album in der Intimität eines Schlafzimmers aufgenommen wurde.
Nun haben es Legenden so an sich, dass man nichts genaues nicht weiß. Das war schon bei Robert Johnson so und ist bei “Nebraska”, dem Springsteen Album, von dem hier die Rede sein soll nicht anders.

Springsteen, frustriert von endlosen Studiosessions, besorgte sich einen 4spur Rekorder und begann darauf Demos für die E Street Band einzuspielen. Und das alles an diesem einen Tag.

Die Geschichte setzt so fort, dass er die Kassette wochenlang in einer Jackentasche bei sich trug, bevor er sie endlich seiner Band vorspielte. Die daraus resultierenden “Electric Nebraska Sessions” sollten den anspruchsvollen Springsteen nicht zufrieden stellen und so wurde die Idee geboren, ein akustisches Album einzuspielen. Doch auch das brachte kein befriedigendes Ergebnis und die Audiotechniker wurden vor die Aufgabe gestellt das Demotape auf Veröffentlichung zu trimmen. So weit, so die Legende.
Fakt und nicht Legende ist, dass Springsteen einer der Musiker mit dem größten Bootleg Katalog ist. Und nicht nur Live-Aufnahmen, sondern, vor allem bis Mitte der 1980er, auch unzählige Studio und Demo-Aufnahmen. So hat auch das Originaltape von besagtem 3. Jänner seinen Weg an die interessierte Öffentlichkeit gefunden: The Lost Masters - Alone in Colts Neck (The Complete Nebraska Session).
Darauf findet sich ein Großteil des veröffentlichten Albums, aber auch einiges, das dann doch elektrifiziert auf Vinyl erschien: Downbound Train, das Leichtgewicht Pink Cadillac und das Lied, das Springsteen endgültig zum Superstar machte - Born In The USA. Letzteres wurde auf der Outtake Sammlung Tracks dann auch in der Originalversion veröffentlich. Wohl, um die Missverständnisse, die darum immer wieder kursierten endgültig auszuräumen.
Die alternativen Takes legen nahe, dass trotz der eher einfachen Technik auch hier mit der für Springsteen üblichen Akribie gearbeitet, aufgenommen und gemischt wurde. Dass das alles an einem Tag passiert sein sollte, legt den Schluss nahe, dass dieser 3. Jänner doch mehr als 24 Stunden hatte ;-)
Und für Aficionados von Interesse ist, was hier nicht zu finden ist. Neben Overdubs auch das Lied “My Fathers House” und die B-Seite “The Big Payback”.
All das zeigt natürlich nur, dass Springsteen ein guter Geschichtenzähler ist. Und dieses Talent nicht nur in seinen Liedern, sondern auch für seine Veröffentlichung zu nutzen wusste. Abseits aller Legendenbildung ist “Nebraska” dennoch eines der wichtigsten Werke der Rockgeschichte, dessen Bedeutung dadurch nur noch verstärkt wurde. Welches Major Label wäre heute bereit, so ein Album zu veröffentlichen und dafür in PR zu investieren?
Still at the end of every hard earned day people find a reason to believe.
P.S. Unter Bootleggern gilt das verlorene Album “Electric Nebraska” als Holy Grail. Und laut Max Weinberg, dem Schlagzeuger existiert dieses auch: “the E Street Band actually did record all of Nebraska and it was killing […] It was all very hard-edged. As great as it was, it wasn’t what Bruce wanted to release. There is a full band Nebraska album, all of those songs are in the can somewhere.”
Finder dürfen diesen Fund gerne mit mir Teilen :-)
Vergangenen Freitag wurde in der Ö1 Sendung “Apropos Musik” Nebraska Lied für Lied vorgestellt. Für einige Tage ist die Sendung auf http://oe1.orf.at noch zu hören.
Listen to “Darkness”, a bluesy new track from Leonard Cohen’s forthcoming album, Old Ideas.
Im September 2010 erschien ein eher unaufgeregtes Album mit dem Titel “Harlem River Blues”. Doch die 11 Lieder hatten etwas Hinterhältiges an sich. Sie schlichen sich in die Gehörgänge und setzten sich darin fest. Und seither ist diese CD eine von zwei, die mein Auto nie verlassen.
Ähnlich dem Album “Washington Square Serenade” seines Vaters Steve Earle, ist auch “Harlem River Blues” ein New York Album. Beginnend mit dem Title Song, in dem sich der Protagonist in besagtem Fluss ertränken will, bis zu einer Nacht in Brooklyn.
In “Wanderin’” stellt er fest, dass er doch nirgends eine Heimat hat und arbeitet auch die komplizierte Beziehung zu seinem Vater auf:
Now, my father was a traveler and my mama stayed at home.
And she cried the day that he walked out and left us on our alone.
But now I’m older than he was when I was born and I don’t know,
Which way is home so I’m wanderin’
Am 27. März erscheint nun sein neues Album mit dem etwas sperrigen Titel “Nothing’s Gonna Change The Way You Feel About Me Now”.
Dazu gibt es den Titel Track als Download.
Das Video verspricht bereits einiges - warten wir gespannt auf die Erscheinung des Herrn.

